August 2026. Aus dem Leben der Gedächtniskirche

August 2026. Restaurierung der Ikonen aus der historischen Ikonostase der Gedächtniskirche abgeschlossen

Im Juli 2026 wurde in Leipzig die Restaurierung der Ikone des Erzengels Gabriel – des linken Flügels der Zarentür aus der historischen Ikonostase – vollendet. Der erste Teil des Projekts, die Restaurierung der Ikone der Jungfrau Maria (rechter Flügel der Königstür), war bereits im August 2025 abgeschlossen worden.

Die künstlerische Bearbeitung der historischen Gemälde wurde von den Restauratoren Jakow und Nadeschda Khesin durchgeführt. Der Bildträger und die Malschicht der Ikone des Erzengels hatten besonders schwere Schäden erlitten. Die Restaurierung war daher mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden und erforderte zusätzlichen Zeit- und Materialaufwand. Dennoch wurden alle Arbeiten mit großer Sorgfalt und auf fachlich hohem Niveau ausgeführt. Bereits im Juli 2025 waren zudem zwei historische Kerzenständer instand gesetzt und teilweise restauriert worden. Sie stehen heute vor der Ikonostase im unteren Raum der Gedächtniskirche.

Die Ikonen wurden der Königstür sowie zehn weitere Ikonen im klassischen Stil des 18. Jahrhunderts gemalt. Neben dem gemeinsamen Stil weisen sie ein besonderes Merkmal auf: die Imitation eines vergoldeten Rahmens am Rand. Dies deutet darauf hin, dass die Ikonostase ursprünglich zu einer Hauskirche gehörte. Der obere Abschluss der Königstür ist halbkreisförmig gestaltet, da darüber ein „Strahlenkranz“ angebracht war, wie auf einer historischen Aufnahme der russischen Hauskirche in Weimar zu sehen ist.

Die Ikonostase, die Kerzenleuchter und weitere Gegenstände gelangten vor etwa 200 Jahren von St. Petersburg nach Weimar. Sie befanden sich in der Hauskirche der russischen Großfürstin Maria Pawlowna († 1859), die 1804 Großherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach wurde. Orthodoxe Gottesdienste fanden dort bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 statt.

Detaillierte Informationen über die russische Ikonostase aus der Hauskirche der Hl. Maria Magdalena in Weimar und ihre Künstler sind nicht erhalten geblieben. Eine Beschreibung der Kirche im Haus der Baronin von Stein, Ackerwand 25, ist aus einer Veröffentlichung von Bischof Nikanor (Ružičić, † 1916) bekannt. Auf einer Fotografie aus einem 1906 erschienenen Buch des Erzpriesters Alexij Malzew sind ein Teil der Ikonostase sowie Leuchter aus dieser Kirche zu sehen.

Das Interieur und die Ikonostase lassen sich dem russischen Klassizismus des 18. und 19. Jahrhunderts zuordnen. Typischerweise waren die Königstüren solcher Ikonostasen zur Mitte hin abgerundet, da sich im Bogen darüber ein „Strahlenglanz“ befand – ein Kreis oder Oval aus Strahlen, in dessen Innerem das „Allsehende Auge“ oder ein Dreieck als Symbol der Heiligen Dreifaltigkeit dargestellt war. In St. Petersburg ist eine ähnliche Ikonostase mit entsprechender Königstür in der Kirche des Erlösers (Spasa Nerukotvornogo) am Konjuschennaja-Platz zu sehen, die Mitte des 18. Jahrhunderts im klassizistischen Stil erbaut wurde.

Anfang der 1930er Jahre gelangte ein Teil der Ikonen und Gegenstände – in die Russische Gedächtniskirche zu Leipzig.

Heute befinden sich die Ikonen der alten Ikonostase im Altarraum der Oberkirche, auf der linken Seite.

1. August 2026. Taufe der syrischen Christen in der Russischen Gedächtniskirche

Am Samstag, dem 1. August, fand in der Unterkirche der Gedächtniskirche des Hl. Panteleimon die Taufe eines Kindes aus einer syrischen Familie statt. Das Sakrament wurde im Beisein zahlreicher Gäste und Gemeindemitglieder von dem Priester Rabi Nassour, der Syrisch-Orthodoxen Metropolie in Deutschland, Patriarchat von Antiochien, und einem gastierenden Geistlichen aus benachbarten syrischen Gemeinde – vollzogen. Nach der Feier begrüßte der Vorsteher der Gedächtniskirche, Erzpriester A. Tomjuk, den Gast und überreichte ihm ein Buch von Moskauer Patriarch Kyrill. Das Buch des Patriarchen Kirill, „Gedanken für jeden Tag im Jahr“, in deutscher Sprache, wurde im Jahre 2023 in Moskau publiziert.

Comments are closed.