August – September 2021. Aus dem Leben der Gedächtniskirche

24. August 2021. Pastoralversammlung in Berlin.

Am 24. August fand in der Kirche der Heiligen Konstantin und Elena in Berlin-Tegel ein Treffen der Geistlichen des Ostdekanats, zum Thema „Pandemie und Freiheit eines Einzelnen; christliches Verständnis seiner Existenz in den Lebensumständen im Ausland“ statt.

Nach der Eröffnungsrede des Vorsitzenden, Verwalters der Berliner Diözese, Erzbischof Tikhon von Podolsk, und eines Referats vom Erzpriester Viktor Sawik wurde eine Diskussionsrunde geführt. An der Veranstaltung nahm unter anderen Geistlichen der Erzpriester Alexei Tomjuk, Hauptgeistlicher der Gedächtniskirche, teil.

12. September 2021. Gedächtnis des hl. Alexander Newski in Leipzig.

Im Jahr 2021 wird in Russland im großen Stil der 800. Geburtstag des hl. Großfürsten Alexander Newski gefeiert. Der Heilige wird von vielen in Russland als die bedeutendste Persönlichkeit bzw. als ein Nationalheld betrachtet. Als Großfürst Rußlands hat er in den Jahren 1240 und 1242 sein Volk und Land gegen schwedische und deutsche Eroberern tapfer verteidigt.

Im Jahr 1251 kamen zum Alexander Newski nach Nowgorod zwei Kardinäle mit einer Botschaft von Papst Innozenz IV. Darin lud der Papst das russischen Staatsoberhaupt ein, “durch wahren Gehorsam sich der einer (römischen) Kirche zu unterordnen”. Alexander Newski hörte den Kardinälen zu, dann befahl aber, vor ihnen die Geschichte des orthodoxen Russlands vorzutragen. Nachdem er den Glauben und die Geschichte Russlands vorgestellt hatte, sagte er den Gesandten: “Dieses bekennen wir recht völlig, und euren Lehren lehnen wir ab.”

Relativ kurz nach seinem Tod wurde er von der Russischen Kirche heiliggesprochen. So wurden in Rußland aber auch in Europa mehrere Kirchen zu seinen Ehren geweiht. D.h. sind für das Jahr 2021 in Russland zur Erinnerung des 800. Geburtstag des hl. Alexander Newski mehrere Veranstaltungen und Gottesdienste geplant. Am 12. September werden in der russischen Kirche St. Alexander Newski in Potsdam und in den anderen Gemeinden, sowie in Leipzig die besonderen Gottesdienste abgehalten.

Hl. rechtgläubiger Fürst Alexandr von der Neva

Der Heilige wurde geboren am 30. Mai 1219 in Perejaslavl’-Zalesskij als zweiter Sohn des Großfürsten Jaroslav (in der Taufe: Feodor) Vsevolodovich (†1246) und der Fürstin Feodosija Igorevna Rjazan. Der älterer Bruder Aleksandr’s war der im 1233 fünfzehnjährig gestorbene hl. Fürst Feodor. Aleksandr verbrachte die Kindheit in Perejaslavl’ und wurde in der dortigen Christi-Verklärungs-Kirche vom hl. Simon, Bischof von Suzdal’ (†1226) zum Fürsten gesegnet. Ab 1236 ist Aleksandr Fürst von Nowgorod, im 1239 heiratete er Tochter eines Fürsten von Polock.

Als Staatsmann und Feldherr im Kampf gegen verschiedene Eroberern erlangte große Bedeutung: so schlug er 1240 als militärischer Führer des Nowgoroder Landsturms mit einem zahlenmäßig unterlegenen Heer die Schweden an der Mündung der Izora in die Neva (daher sein Beiname Newski). 1241 verteidigte er zusammen mit seinem Bruder Andrej das Land gegen den mit den livländischen Schwertbrüdern, verbündeten Deutschen Orden, deren Ostexpansion er in der berühmten Schlacht auf dem Eise des Peipussees ein Ende setzte. 1245 hielt er den Vorstoß der Litauer unter Mindaugas in drei siegreichen Schlachten vorläufig auf. Diese Angriffe der westlichen Nachbarn; hinter denen teilweise kontinuierliche päpstliche Missionsbestrebungen sichtbar wurden, wie sie im Briefwechsel zwischen Aleksandr und den päpstlichen Gesandten 1248 erkennbar sind, hatten das Land im Augenblick der höchsten Gefahr kurz nach der Tatareninvasion getroffen. Daher musste sich Fürst Aleksandr mehrfach zum Khan der Horde begeben (1242, 1246, 1252); um ihre Unterstützung zum Schutz der Westgrenze zu erlangen. 1251 konnte er diese durch einen Vertrag mit Norwegen stabilisieren und 1256 einen erneuten Kriegszug der Schweden abwenden. 1259/60 schloss Aleksandr einen für die russische Seite günstigen Handelsvertrag mit deutschen und gotländischen Kaufleuten. Die elastische Politik gegenüber den Tataren zahlte sich für ihn aus, als er 1252 Großfürst von Vladimir – Suzdal’ wurde. Obwohl ein Teil der Nowgoroder wegen seiner Nachgiebigkeit gegenüber den Tataren sogar Aufstände gegen Aleksandr führte, konnte er angesichts der aus Rom drohenden Gefahr der Missionierung wie aus realpolitischen Überlegungen nicht anders handeln 1263 unternahm er einen weiteren Bittgang zur Horde, um den Khan wegen der Mongolenheer in einigen Städten ausgebrochenen Unruhen zu beschwichtigen.

Auf dem Heimweg starb er am 14. November 1263 in Gorodez, nachdem er zuvor noch das große Mönchsgelübde unter Annahme des Namens Alexi abgelegt hatte, und wurde am 23. 11. d. J. in der Hauptkirche des Christi-Geburts-Klosters in Vladimir beigesetzt.

Zar Petr I. ließ seine Gebeine 1723-1724 zum Dank für den Abschluss des Friedens von Nistadt mit den Schweden nach St. Petersburg zu überführen, wo sie bis heute in der Dreifaltigkeits-Kathedrale der dem Heiligen geweihten Lavra ruhen. In einer ca. 1270-1280 aufgezeichneten Vita erscheint Aleksandr als Idealfigur eines christlichen Fürsten und Gottesstreiters. Durch Stillhalten einerseits und Verteidiger des Volkes andererseits hat er viel Blutvergießen im Nordwesten Russlands verhindert und richtig eine nicht allzu lange Dauer der Mongolenherrschaft einkalkuliert. So handelte Aleksandr auch im Interesse der von den Tataren bewusst geschonten orthodoxen Kirche. 1261 konnte so sogar dank seiner Initiativen und der des Metropoliten Kyrill eine orthodoxe Diözese in Saraj, der Hauptstadt der Horde, errichtet werden. Aleksandrs Verehrung ist seit dem 14. Jahrhundert nachweisbar da Großfürst Ioann Ioannovich (1353-1359) in seinem 1356 geschriebenen geistigen Vermächtnis seinem Sohn Dimitrij Donskoj (1363-389), dem späteren Sieger vom Don – Schlacht, “den heiligen Aleksandr als Vorbild” hinstellt. Die unverwesten Reliquien wurden noch vor Kulikovo-Schlacht (1380) zur öffentlichen Verehrung erhoben und 1546 die endgültige Kanonisation vorgenommen. Gedenktag: 12. September(30. August).

August 2021. Aus dem Leben der Gedächtniskirche

1. August 2021. Restaurierung der Kerzenträger an der Ikonostase der Russischen Gedächtniskirche abgeschlossen

Die vier Kerzenträger hängen vor den Ikonen in der I. Reihe der Ikonenwand (Ikonostase) in dem Hauptraum der Gedächtniskirche. Bei den Restaurierungsmaßnahmen 2019-2021 handelt es sich um aufwendig verzierte Kerzenträger aus Messing, samt ihrer meterlangen Ketten und Ampeln aus Bronze. Die Oberflächen waren hier stark patiniert aber auch mit Kerzenrußablagerungen, Weihrauchruß und mit üblichen Staub überzogen bzw. verschmutzt. Manche Teile der Konstruktion und Verzierung wurden mechanisch Beschädigt, oder haben sich von der Konstruktion gelöst und sind teilweise verloren gegangen. Andere Stellen weisen auf frühere allerdings sehr primitive Notreparaturen. Die aktuellen Reparaturmaßnahmen umfassen die Reinigung des gesamten Bereiches und Polieren der Messingteile.

Die Metallverzierung wurde einzeln gereinigt, der Überzug abgenommen, patinierte Bereiche überarbeitet. Dafür wurde die Konstruktion in viele Teile zerlegt. Nachdem jedes Detail der Verzierung einzeln behandelt war, wurde jeder Kerzenträger originalgetreu wieder zusammengebaut, und an seinen Platz an der Ikonenwand angebracht. Bei Bedarf erfolgte die Reparatur der beschädigten Teile der Verzierung, die abgelösten Teile wurden an ihre Stellen angebracht.

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Die vier Kerzenleuchter mit runden Formen, die an Äpfel erinnern, hängen auf bronzenen gehämmerte Ampeln vor den Hauptikonen der I. Reihe der Ikonostase, in dem Hauptraum der Gedächtniskirche. In ihren Formen nachahmen die Kerzenträger die Ausrüstung einer russischen Kirche des 17. Jahrhunderts. Jeder Leuchter ist speziell für eine von vier Ikonen bestimmt; jedes „Band“, das um einen Leuchter gewickelt ist, ist mit einem Gebet versehen, das zu der jeweils dargestellten Person passt. So steht auf dem auf dem „Band“ des Leuchters vor der Ikone des hl. Alexi „Als eines Gleichen den Aposteln …“. Wie auch bei anderen Ausstattungsteilen findet man am Fuß der mittleren Kerze die eingravierte Inschrift, die auf den Hersteller weißt: „Ausgeführt nach Zeichnungen des Akademikers W.A. Pokrowski in der Fabrik der Genossenschaft I.P. Chlebnikow, Söhne und Co., 1913 Moskau“.

Juli 2021. Aus dem Leben der Gedächtniskirche

28. Juli 2021. Glockengeläut anlässlich des jährlichen Gedenktages der Taufe der Ruß (988).

Das Land „Kiewer Rus“ vereinigte Fürstentümer bzw. Gebiete eines Volkes, das von sich selbst aber auch von Nachbarvölkern als Russen identifiziert wurde. Im Jahre 988 ließ sich der Großfürst Wladimir und sein Volk taufen. Es begann die Christianisierung des Landes und der Aufbau der Russischen Orthodoxen Kirche. Mit der Zeit wurde die Landeshauptstadt nach Wladimir, und später, nach Moskau verlegt. Die Oberhäupter des Staats bzw. der Kirche trugen jedoch bis ins Spätmittelalter den Titel Großfürst von Kiew oder Metropolit von Kiew.

Die Russischen Gedächtniskirche zu Leipzig beteiligte sich um 10 Uhr mit dem Läuten ihrer Kirchenglocken an der Aktion.

Glockenturm der Russischen Gedächtniskirche trägt acht Glocken, die im 1913 aus Kanonen der Befreiungskriege 1812-1813 bei der Zarenhoflieferanten-Glockengießerei Ivan Olowjanischnikows in Jaroslawl gegossen wurden. Die große Glocke von 1.7 Tone trägt einen Psalmvers und ornamentalen Fries mit den Heiligenbildern. Der untere Inschriftenband an der Glocke weist auf den Hersteller und den Glockenwicht. Zum Jubiläum der Gedächtniskirche im Jahr 2013 wurde der Raum der Glockenturm renoviert.

18. Juli 2021. Die Abendmahl-Ikone nimmt wieder ihren Platz in der Ikonostase der Russischen Gedächtniskirche ein.

Nach der Restaurierung durch Oliver Tietze, in der die Risse, die gelockerten Farbschichten usw. beseitigt wurden, ist die Ikone am 18. Juli fachgerecht an ihren Platz einmontiert worden. Sämtliche Wochen wurde die Ikone ein Teil der Erforschung im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts der TU Dresden. Hier wurden verschiedene Vermessungen und Materialanalysen durchgeführt. Nach dem Abschluss des Projektes werden die Ergebnisse in einer Publikation erfasst und u.a. der Russischen Gedächtnskirche zur Verfügung gestellt.

17. Juli 2021. Kinderliturgie in der Gedächtniskirche

Am Samstag, dem 17. Juli, fand in der Gedächtniskirche eine Kinderliturgie statt. Dazu versammelten sich die Kinder mit ihren Eltern in der unteren Kirche. Nach der Liturgie erzählte Erzpriester A. Tomjuk den Kindern von der Ikone des Zaren und Märtyrers Nikolaj Alexandrowitsch, da sein Andenken an diesem Tag in der Russisch-Orthodoxen Kirche gefeiert wird. Die Ikone befindet sich an der Ikonostase der Unterkirche. Um an der anstehenden Liturgie teilzunehmen, können Sie gerne Frau Snezhana unter der Telefonnummer 0159/01023817 kontaktieren.

15. Juli 2021. Online-Seminar über die Russischen Gedächtniskirche

Am 15. Juli fand ein Online-Seminar zur Geschichte des russisch-orthodoxen Glaubens, seinen heiligen Stätten und religiösen Praktiken im Rahmen einer Semesterprogrammes der Universität Leipzig statt. Der Referent, Erzpriester Tomjuk, sprach zudem über die Stellung der Russischen Gedächtniskirche in Leipzig. Das Online-Format für das Seminar wurde wegen den andauernden Pandemie-Einschränkungen auserwählt. An dem Onlinetreffen nahmen rund 40 Studierenden teil.

Juni 2021. Aus dem Leben der Gedächtniskirche

19. Juni 2021, Brandis. Kranzniederlegung und Andacht zum 80. Jahrestag des Kriegsbeginns gegen Russland.

Am 19. Juni wurde auf dem Ehrenfriedhof in Brandis (bei leipzig) für die im II. Weltkrieg gestorbenen Sowjetbürger eine Gedenkveranstaltung abgehalten. Auf diesem Ehrenfriedhof des Alten Friedhofs in der Leipziger Straße in Brandis wurden in der Kriegszeit viele hier zu Tode gekommene russische Menschen begraben. Nur 275 Namen von ihnen sind heute bekannt. Umso wichtiger war der Erinnerungsakt an diese Menschen zum 80. Jahrestag des Kriegsbeginns Deutschlands gegen Russland.

Nach der Begrüßung und Andacht mit dem Geistlichen Alexei Tomjuk und einem Chor der Russischen Gedächtniskirche zu Leipzig wurden die Versammelten von dem Bürgermeister von Brandis Arno Jesse und von dem Konsul Alexei Novikov (vom Generalkonsulat der Russischen Föderation in Leipzig) angesprochen. Anschließend wurden an dem kleinen Denkmal und an den Grabmälern Ehrenkränze und Blumen niedergelegt. Die Veranstaltung wurde von der UGS Katharina Erdgasspeicher Peissen GmbH freundlich unterstützt.

Trotz des ungünstigen Wetters kam zu der Veranstaltung eine Gruppe aus der Gemeinde samt ihren Kindern, sowie Mitglieder der Vereine Juventus und Kalinka. Von ihnen wurden die russischen Gräber von Unkraut befreit und mit Blumen geschmückt. Zur Erinnerung an diese Begegnung wurde auch ein Flyer gedruckt.

Mai 2021. Aus dem Leben der Gedächtniskirche

5. Mai 2021. Frühjahrsputz auf dem Ostfriedhof

Frühjahrsputz auf dem Ostfriedhof fand im Hinblick auf Radoniza, 1. Tag des Gedenkens an Verstorbenen nach Ostern in der Russischen Kirche statt. Der Winter hinterlässt auf dem Friedhof seine Spuren. Durch das nasse Wetter im Herbst und während der Wintermonate ist nicht nur bei der Grabbepflanzung einiges zu tun, sondern auch der Grabstein sollte im Frühjahr gereinigt werden. Daher haben wir auf dem russisch-orthodoxen Friedhofsteil das Laub gesammelt und zugewachsene Grabplätzen vom Gras befreit.

Radoniza (russ. Радоница, “Tag der Freude”), ist ein Gedenktag in der Russischen Orthodoxen Kirche, welcher auf den Dienstag der 2. Woche nach Ostern fällt. Zu diesem Tag versammeln sich die Gläubigen in den Kirchen bzw. auf den Friedhöfen, um sich bei den Totenandachten an ihre verstorbenen Verwandten zu gedenken.

8. Mai 2021. Generalkonsul Russlands legte einen Ehrenkranz vor der Gedächtniskirche nieder

Am 8. Mai legte der Generalkonsul der Russischen Föderation in Leipzig Andrey Dronov einen Kranz am Grab eines unbekannten sowjetischen Soldaten, der 1945 vor der Russischen Gedächtniskirche begraben wurde, nieder. Im selben Jahr 1945 wurde auch eine Gedenktafel an der Denkmalkirche errichtet. Dieses überliefert die Worte des Marschalls Schukow, der das russische Denkmal in Leipzig 1945 persönlich besuchte: Ewiger Ruhm den Helden, die im Kampf für die Freiheit und Unabhängigkeit unseres Vaterlandes fielen, 1813-1945. Vor der Gedächtniskirche haben auch Snezhana Heim-Schmidt und der Erzpriester Tomjuk einen Kranz niedergelegt. 

11. Mai 2021. Radoniza – Jährliche Totenandacht in Leipzig.

Am 11. Mai fand auf dem russischen Gräberfeld des Leipziger Ostfriedhofs (Oststraße 119) für die Gemeinde der Russischen Gedächtniskirche zu Leipzig ein besonderer jährlicher Trauergottesdienst statt. Gemäß allen Vorschriften haben der Erzpriester und seine Gemeindemitglieder am Gebet alle Quarantänebedingungen erfüllt.

Nach dem Gottesdienst auf dem russischen Gräberfeld haben der Erzpriester der Gedächtniskirche A. Tomjuk und seine Gemeindemitglieder an den Gräbern der gefallenen Russen auf dem Ostfriedhof eine kleine Litanei abgehalten. An dieser Stelle des Ostfriedhofs befinden sich nicht nur Soldatengräber, sondern Sammelgräber hunderten russischen Zwangsarbeiter und Gefangenen aus dem sowjetischen Russland. In Leipzig und im Landkreis Leipzig befinden sich 32 russische Kriegsgräberstätten, in denen rund 3.000 russische Zwangsarbeiter und gefangene sowjetische Soldaten und Offiziere bestattet wurden. Insgesamt befinden sich auf dem Gebiet des Freistaates Sachsen 910 sowjetische Kriegsgräberstätten bzw. 26.000 Einzelgräber sowie Sammelgräber. Hier wurden über 147.000 Kriegsopfer bestattet. Allein auf dem Ehrenhain in Zeithain in Sachsen sind mehr als 30.000 Sowjetbürger und Zwangsarbeiter bestattet.

Im Jahr 2021 jährt sich der 80. Jahrestag des Einfalls der deutschen Wehrmacht auf Russland und der Beginn des fünfjährigen Krieges, indem ca. 27. Mio Russen, überwiegend Zivilisten, fielen.

Eine Ikonenwand als Blickfang. Ein neues Buch erzählt die Geschichte der Russischen Kirche und ihrer aufwendigen Restaurierung

© Mathias Orbeck, Leipziger Volkszeitung, 7.April 2021. „Schon aus der Ferne ist die Turmkirche mit ihrem weißen Gemäuer und der goldenen Zwiebel-Kuppel beeindruckend: Von der Schönheit Russlands zeugt die Gedächtnskirche, die an die im Befreiungskampf gegen Napoleon auf den Feldern der Völkerschlacht bei leipzig gestorbenen russischen Soldaten erinnern soll. 1913 – 100 Jahre nach der Völkerschlacht – konnte die Kirche an der Ecke Philipp-Rosenthal-Straße 51a / Semmelweisstraße eingeweiht werden. Ebenso wie das Völkerschlachtdenkmal selbst.

Sie ist aber auch ein Kulturdenkmal, das Touristen anzieht. Wer in das Gotteshaus hineinschaut, dürfte vor allem von der Ikonenwand beeindruckt sein, die russische und deutsche Fachleute aufwändig restaurierten.

In einem reich bebilderten Buch, dessen Texte von einem Autorenkollektiv in deutscher und russischer Sprache verfasst sind, widmet sich der Passage-Verlag nun ihrer Bau- und Entstehungsgeschichte. Aber auch der Restaurierung, an der die Stadt Leipzig umfangreich beteiligt war. Leipzig hatte einst bereits die 2500 Quadratmeter Bauland spendiert damit das Gotteshaus entstehen und die etwa 22000 gefallenen russischen Soldaten ihr Denkmal erhalten konnten, Ihrem Schicksal bei der Völkerschlacht ist ebenfalls ein Kapitel gewidmet.

Entworfen hat da Gotteshaus Wladimir Alexandrowitsch Pokrowki (1871-1931), dessen Bauwerke sich hauptsächlich in Sankt-Petersburg, Nischni Nowgorod und Moskau befinden, ihr Prototyp ist die Christi-Himmelfahrts-Kirche, etwa 20 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt im grünen Gürtel von Moskau in einem Dorf gelegen.

Pokrowski hat ebenfalls einen Pavillon für die Internationale Ausstellung für Druckgewerbe und Grafik in Leipzig 1914 kreiert. Im Buck sind verschiedene Zeichnungen sowie historische Bilder von der Weihung der Kirche abgebildet.

Zarentor ist 18 Meter hoch

In ihrem Innenraum befindet sich das sogenannte Zarnntor, das ein Symbol für den Eingang ins Himmelreich ist. Die 18 Meter hohe Ikonostase, ein Geschenk der Donkosaken zur Einweihung, ist ein Meisterwerk und gut als eine der grölten außerhalb Russlands.

Eine Ikonostase ist eine mit mehreren Ikonen geschmückte Wand mit drei Tüten die das innere Kirchenschiff vom Altarraum trenn.

Alexej Tomjuk, der Priester, beschreibt zudem, wie die Restaurierung der Ikonenwand, die verblasst und an vielen Stellen gerissen war, in den Jahren 2016 bis 2018 gelang. Bis heute wird die Kirche durch die russisch-orthodoxe Gemeinde Leipzigs genutzt. Diese Glaubensrichtung wird in Leipzig übrigens 1744 erstmals erwähnt – sie gilt aber als älter. Russen und Griechen haben sich hier niedergelassen. Vermutet wird sogar, dass sich in Leipzig die erste orthodoxe Gemeinde auf deutschem Boden gründete. Zur Regierungszeit Katharina II. wurde in der Messestadt ein russisches Konsulat eröffnet, das russische Händler und Studenten betreute.“

März 2021. Aus dem Leben der Gedächtniskirche

14. März 2021. Online-Gespräch „Viten der Heiligen. Russische Heiligen“.

Am Sonntag, dem 14. März, fand in der Gedächtniskirche eine Online-Gesprächsrunde statt, zum Thema „Viten der Heiligen. Russische Heiligen“. Auf der Online-Treffen sprach der Erzpriester A.Tomjuk über die Heiligen des russisch-orthodoxen Volkes, den Asketen, Gründern von Klöstern, den Heiligen unter den Fürsten und einfachen Menschen. Unter anderen, wurde über den Ehrw. Sergij von Radonezh, den Fürsten Feodor den Schwarzen berichtet. Der Redner sprach auch über den Einfluss der russischen Autoren des Altertums und ihren Schriftwerke auf das russische Leben. Er betonte die besondere Bedeutung der Büchern über dem Leben und Werk christlicher Asketen (sog. Heiligenviten), sowie der Würdigung von Heiligkeit und Heiligen in der Geschichte des Heiligen Rusˈ, vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Zum Schluss bemerkte der Priester den entscheidenden Einfluss des orthodoxen Glaubens in der russischen Geschichte, Kunst und Kultur, für die familiären und das tagtäglichen Leben des russischen Volkes.

Seit 2020 sind finden die Gespräche der Sonntagsschulklassen für Mitglieder der Gemeinde Leipziger Gedächtniskirche ausschließlich online. Für die Teilnahme an der Bibelstunde melden Sie sich bitte bei Herrn Tolmachev an.   

20. März 2021. Kinderliturgie in der Gedächtniskirche.

Am Samstag, dem 20. März, wurde in der Gedächtniskirche wieder eine Liturgie für die Kinder der Sonntagsschule samt ihren Eltern in der unteren Kirche aufgeführt. Das Bußsakrament fand vor dem Beginn der Liturgie, während der Lesung der Stundengebete, statt. Da der Tag zu der 1. Woche der Großen Fastenzeit fiel, bereitete der Priester anstelle einer Predigt für die Kinder eine Präsentation über eine Ikone „Die Große Fastenzeit“ vor. Die Ikone enthält die Heiligenbilder bzw. die Szenen, die sich dieser ganz besonderen Zeit in dem Kirchenjahr widmen. 

24. März 2021. Erscheinung eines neuen Buches: „Russischen Kirche in Leipzig“

Im März 2021 publizierte der Leipziger Verlag “Passage-Verlag” das Buch “Russische Kirche in Leipzig”. Die Publikation berichtet über den Bau und das Schicksal eines markanten russischen Denkmals mit zahlreichen Abbildungen von Ikonen und Akten. Die besondere Aufmerksamkeit wird den fast vergessenen Namen den Künstler und Meister sowie der großen kulturhistorischen Bedeutung geschenkt. Das Buch erscheint in russischer und deutscher Sprache zugleich.

Das Buch wird von Sergei E. Tscheremin, Minister der Moskauer Regierung, welche die Restaurierung des majestätischen Baus mitfinanzierte, mit einem Vorwort eingeleitet. Darin wünscht er sich, dass die neue Publikation sowohl den Landsleuten wie auch deutschen Freunden zugunsten der Erhaltung der wohl berühmtesten russischen Gedächtniskirche in Deutschland den Wert der russischen Kunst nahe bringt. Das Buch wurde vom Autorenkollektiv mit Shanna G. Belik, Viktoria N. Derzhavina, Tatjana W. Iwanowa und Alexei G. Tomjuk verfasst und kann in städtischen Buchläden bzw. online erworben werden.

Februar 2021. Aus dem Leben der Gedächtniskirche

3. Februar 2021. Wissenschaftliches Projekt in Moskau und Dresden.

Im Januar 2021 wurde in der Restaurierungswerkstatt des Moskauer Staatlichen Surikow-Kunstinstituts (Kunsthochschule) eine interessante und schwierige Arbeit beendet. Die Restauratorin Natalie Sharova, eine Kunststudentin im 6. Jahr, schuf eine Kopie der Abendmahl-Ikone aus der Russischen Gedächtniskirche. Anschließend wurde diese Kopie nach Deutschland transportiert, da sie für die Wissenschafts- und Restaurierungsforschung der Technischen Universität Dresden geschaffen wurde. Das komplexe Projekt der Herstellung einer Kopie der Ikone wurde von den Mitarbeitern des Surikov-Instituts G. Maksimova und M. Kurbanova überwacht, zusammen mit den Beratern des Rublev-Museums E. Belik und O. Trufanova. Die Leiter des Projekts sind O. Titze und A. Kozmin.

Im Rahmen des Projekts zur Erforschung der Erhaltung von Ikonen fand am 6. November 2020 online ein wissenschaftliches Kolloquium statt, an dem 120 Personen aus verschiedenen Ländern teilnahmen. Die Videovorträge wurden ca. 900 mal angeschaut. In Publikationen im Rahmen des Projekts werden die Ergebnisse einer technologischen Untersuchung des Originalbildes vorgestellt. Bei der Arbeit am Modell werden auch die Auswirkungen von Feuchtigkeit, Holzschäden bzw. von auftretenden Rissen und Anisotropie beschrieben.

Eine Untersuchung der mechanischen und physikalischen Eigenschaften von Lindenholz (auf dem die Ikonen gemalt werden) und der Farbeschicht werden ebenfalls durchgeführt. Die Ergebnisse der Studie werden in die Veröffentlichung aufgenommen und zur Modellierung weiterer Experimente auf der Kopie verwendet. In der letzten Phase des Projekts werden ein weiteres Kolloquium und eine Veröffentlichung vorbereitet. Das Kolloquium ist für den 5. November 2021 geplant.

21. Februar 2021. Sonntagsschule online: “Erklärung der Gebete. Der Psalter und die Gedenkgebete”.

Am Sonntag, dem 21. Februar, fand in der Gedächtniskirche eine Online – Gesprächsrunde statt, zum Thema „Erklärung der Gebete. Psalter und Lesen des Psalters zur Ruhe”. Während des Gesprächs referierte der Erzpr. A.Tomjuk über die Lesung des Psalters für die Verstorbenen und wie in der Uhrkirche die Bestattungen und das Gedenken durchgeführt wurden; von den Psalmen als Teil des Hausgebets und eines orthodoxen Gottesdienstes; von der Bedeutung des Psalters in der Uhrkirche und in Russland; über die Bedeutung des Psalters in der europäischen bzw. russischen Literatur und in den Werken von Komponisten.

Seit 2020 sind Sonntagsschulklassen für Mitglieder der Leipziger Gemeinde online. Für die Teilnahme an der Bibelstunde melden Sie sich bitte bei Herrn Tolmachev an.

6. November 2020. “Restaurierung von Ikonen und ingenieurwissenschaftliche Ansätze”

Am 6. November organisierten die Wissenschaftler und Mitwirkende des Projekts „Virtuelle Experimente für Kunstobjekte-VirtEx“ ein internationales Kolloquium, welches wegen der Corona – Beschränkungen ausschließlich online stattfand.

Das Onlinemeeting wurde umso mehr wichtig, da die restauratorische internationale Denkmalmesse in Leipzig im November 2020 nicht stattfinden konnte. Außer zehn Referenten aus Moskau, Dresden und Leipzig gab es über 120 Teilnehmern aus Europa, aber auch aus aller Welt, wie Philippinen, Argentinien, Ägypten und den USA. Nach den Vorträgen entwickelten sich ein lebendiger Austausch bzw. Diskussion an den unterschiedlichen Ansichten und Erfahrungen, betreffs der Erhaltung der Ikonen und ähnlicher hölzerne Kunstobjekte.

Das Projekt “Virtuelle Experimente für Kunstobjekte-VirtEx” wurde am 19. Juni 2019 in der Technischen Universität Dresden gestartet. Sein Ziel ist es, die Veränderungen an den hölzernen Kunstobjekten in den verschiedener klimatischen Stresssituationen zu untersuchen.

Für die Untersuchung solches Kunstobjekts wurde eine Ikone “Abendmahl” aus der Ikonostase der Russischen Gedächtniskirche zu Leipzig auserwählt. Nach den genauen Abmessungen bzw. Untersuchungen wurde für die Forschung in 2019 eine exakte Kopie derselben Ikone angefertigt. Die Bildkopie wurde im Surikov-Institut in Moskau unter der Leitung von Alexandr Kosmin geschaffen. Genau diese Kopie sollten dann für die verschiedenen Untersuchungen und Berechnungen der mechanischen Art ausgearbeitet werden. Das Forschungsprojekt wird von Mitarbeitern und Studenten des Surikov-Instituts in Moskau, dem Kunstwissenschaftlerin des Staatlichen Andrei-Rublev-Museums in Moskau, Dr. Belick und Anderen begleitet.

Wissenschaftliche Ergebnisse und fundierte Schlussfolgerungen werden dazu beitragen, die Vorschläge für die weitere Erhaltung solcher Objekte in einem ändernden Klima, bei Umweltverschmutzung u.ä. zu entwickeln. So wird die Forschung, an dem russische und deutsche Wissenschaftler und Kunstkritiker teilnehmen, zu der Erhaltung einer kostbaren Ausstattung der Gedächtniskirche beitragen. Von der Russischen Gedächtniskirche zu Leipzig, nahm A. Tomyuk an dem Kolloquium teil.

September 2020. Aus dem Leben der Gedächtniskirche

6. August 2020. Friedenszeichen vor der Russischen Gedächtniskirche Leipzig

Infolge des II. Weltkriegs wurden am 6. August 1945, um 8.15 Uhr Ortszeit tausende Menschen durch den Atombombenangriff auf Hiroshima (Japan) in den Tod gerissen. Drei Tage später erfolgte ein zweiter Abwurf einer Atombombe über japanischen Nagasaki. In Gedenken an die Opfer dieser Angriffe wurde in der Nacht zum 6. August 2020 um 1.15 Uhr Friedenslichter vor der Russischen Gedächtniskirche Leipzig entzünden und dazu mahnen, dass sich solch eine Tat nie wieder wiederholen darf, nach der Meinung der Gruppe Greenpeace Leipzig.

Auch Russland (damals UdSSR) erlitt im II. Weltkrieg schwere materielle und vor allem menschliche Verluste. Die moderne wissenschaftliche Quellen angeben 27 Mio. von russischen Kriegsopfern, 2/3 davon waren allerdings Zivilisten, gestorben sowohl durch deutschen Kriegshandlungen in Russland als auch in den KZ–Lager in Deutschland. Die Aktion wurde vom Erzpriester der Russischen Gedächtniskirche Tomjuk unterstützt. © Greenpeace setzt in Leipzig Zeichen für atomare Abrüstung, LVZ Online, 6.08.2020

5. September 2020. Trauung unter dem freien Himmel

Am 5. September feierte der Erzpriester Alexej Tomjuk das russisch-orthodoxe Sakrament der Ehe in ungewöhnlichen Umständen. Der Gottesdienst wurde ausnahmsweise unter freiem Himmel vollzogen, weil während der Corona-Krise solche Veranstaltungen für mehreren Teilnehmern nur in solcher Weise geduldet werden.

Aus dem gleichen Grund wurde vor einigen Wochen auf einem Friedhof der Stadt Halle vom Erzpr. Tomjuk eine Trauerfeier unter freiem Himmel durchgeführt.

6. September 2020. Online-Gespräche der Sonntagsschule in Leipzig.

Im September 2020 begann für die Gemeindemitglieder der Russischen Gedächtniskirche in einer Gruppe erwachsener Gemeindemitglieder ein neuer Herbstzyklus von Sonntagsschule – Gesprächen. Zur Zeit finden die Gespräche zum Thema russische Spiritualität mit dem Priester online statt. Mittels der Internetkommunikation wurden in der Gemeinde auch die letzten Sonntagsschulgespräche in Mai/Juni 2019 durchgeführt. Um an den Gesprächen teilzunehmen, rufen Sie Herrn Tolmachev unter 0178-6578834 an.

19. September 2020. Kinderliturgie in der Gedächtniskirche

Am Samstag, dem 19. September, fand in der Gedächtniskirche eine Kinderliturgie statt. Der Hauptgeistliche der Gedächtniskirche, Erzpriester A. Tomjuk nahm zu dem Gottesdienst die besonderen Fürbitten für das vorstehente Schuljahr 2019/2020 auf.

Weil die gesellschaftliche Ausnahmesituation in Coronazeiten, insbesondere die staatlich angeordnete soziale Distanzhaltung, die seelsorgerliche Begleitung der Menschen erschwert, war der Gottesdienst für die Mitglieder der Gemeinde, als Gelegenheit der Gemeinschaftlichkeit und Geistlichkeit, von großer Bedeutung.

28. September 2020. Ökumenischer Gottesdienst in der Nikolaikirche.

Am 28. September lud der Stadtökumenekreis Leipzig im Rahmen der Interkulturellen Wochen-2020 zu einem ökumenischen Gottesdienst unter dem Thema “Zusammenleben – Zusammenwachsen” in die Nikolaikirche Leipzigs ein. Das Friedensgebet wurde vom Ökumenekreis gemeinsam mit der Jüdisch- Christlichen- Arbeitsgemeinschaft veranstaltet.

So wie die Interkulturelle Wochen jährlich in den Veranstaltungskalender der Stadt Leipzig gehören, findet im Rahmen der Wochen auch regelmäßig ökumenische Andacht statt. In diesem Jahr wurde dabei an den Anschlag in Halle vom 9. Oktober 2019 gedacht. Am 9. Oktober jährt sich der Anschlag vor der Synagoge in Halle, bei dem zwei Menschen ermordet und weitere Personen verletzt wurden. Unter den Mitwirkenden aus den christlichen Gemeinden der Stadt war auch der Erzpr. Alexij Tomjuk, von der Russischen Gedächtniskirche.