Juni 2022. Aus dem Leben der Gedächtniskirche

Juni 2022. Restaurierung der Skizze der Altarikone in der Gedächtniskirche

Im Juni 2022 kehrte zu der Russischen Gedächtniskirche nach einer kleinen Restaurierung durch Jakov Khesin eine Skizze des Altarbildes der Kirche. Das Gemälde “Christus in Gethsemane” (Öl auf Leinwand, 246×134,5 cm) wurde für den Altar der Russischen Gedächtnskirche im Jahre 1913 von Dmitrij Fjodorowitsch Bogoslovsky in St. Petersburg gemalt.

Die restaurierte Skizze des Bildes (Öl auf Leinwand, 51×41 cm) hat originalen vergoldeten Rahmen und gehört zum Museum des Denkmals. Obwohl die Skizze kein Datum oder Signatur hat, lassen sich eine visuelle Betrachtung, der Zustand der Leinwand und des Rahmens zu vermuten, dass dies sei die Skizze des Malers Bogoslovsky für ein großes Gemälde, welches von ihm im 1913 gemalt wurde, samt allen anderen Ikonen für das Denkmal.

Ein interessanter Zufall ist, dass im Mai 2022, schon nach dem dritten Angriff und der darauffolgenden Restaurierung, kehrte das berühmte Gemälde von Ilja Repin „Iwan der Schreckliche und sein Sohn Iwan“, auch als „Iwan der Schreckliche tötet seinen Sohn“ (1885), in das Moskauer Tretjakow-Galerie zurück. Doch erster Zerstörungsversuch auf dem Gemälde wurde von einem gewissen Balashov bereits im 1913 unternommen. Das Gemälde wurde damals durch den Vandalismus so schwer beschädigt, dass Repin war sich sicher, dass das Bild verloren war. Es wurde jedoch beschlossen, den berühmten Restaurator und Maler Bogoslovsky aus St. Petersburg zu bestellen. Dieser und sein Assistent trafen bereits am Morgen des 24. Januar/6. Februar 1913 in Moskau ein und machten sich sofort an die Arbeit. Nach mehrwöchiger Arbeit eines talentierten Restaurators Bogoslovsky kehrte das berühmte Gemälde an seinen Platz im Moskauer Museum zurück.

12. Juli 2022. Festgottesdienst zum Pfingsten, Hl. Dreifaltigkeitsfest.

Am 12. Juli 2022 fand in der Gedächtniskirche anlässlich des Dreifaltigkeitstages ein besonderer Festgottesdienst statt. Seitdem es neben der orthodoxen Kirche ein Aufnahmezentrum für Flüchtlinge aus der Ukraine gibt, besuchen diese sehr oft unter der Woche und besonders zum Gottesdienst die orthodoxe Kirche.

Daher waren zum Pfingstfest d. J. besonders viele Gottesdienstteilnehmer in der Kirche. Nach dem Gottesdienst bot der Vorsteher der Kirche den gekommenen Flüchtlingen Kinderbibeln und das Neutestament an– Exemplare auf Russisch oder Ukrainisch. Ein paar Dutzend weiterer Exemplare der Heiligen Schrift in ukrainischer Sprache spendete der Rektor der Gedächtniskirche dem Leipziger Hilfswerk, das sich nun um ukrainische Flüchtlinge kümmert. Manchmal bitten gläubige Flüchtlinge den Priester um ein orthodoxes Gebetbuch. Früher wurde das Flüchtlingslager für ukrainischen Bürger auch für die Flüchtlinge aus Syrien verwendet. Ein paar Blocks weiter befinden sich auch die ukrainische griechisch-katholische Gemeinde.

Foto: „Ausgießung des Heiligen Geistes auf die Aposteln“, Pfingstikone aus der Ikonostase der Russischen Gedächtniskirche zu Leipzig, Ikonenmalerwerkstatt von Nikolai Sergjewitsch Emeljanov, Moskau 1913.

13. Juni 2019. Empfang anlässlich des Russland-Tages in Leipzig.

Anlässlich Russland-Tages in Leipzig, auf Einladung von Andrey Dronov, dem Generalkonsul des Russischen Generalkonsulats in Leipzig, wohnten mehrere deutsche Gäste und russische Landsleute einem Empfang im Konsulat bei. In seinem Grußwort teilte Herr Dronov seine Ansicht über Beziehungen zwischen Deutschland und Russland mit. Im Namen der Russischen Gedächtniskirche zu Leipzig wurde der Generalkonsul vom Erzpriester A.Tomjuk und Snezhana Heim-Schmidt begrüßt. Seit 1991 wird der Nationalfeiertag der Russischen Föderation am 12. Juni gefeiert.

Mai 2022. Aus dem Leben der Russischen Gedächtniskirche

3. Mai 2022. Radoniza – Jährliche Totenandacht in Leipzig.

Am 3. Mai fand auf dem russischen Gräberfeld des Leipziger Ostfriedhofs (Oststraße 119) ein besonderer jährlicher Trauergottesdienst für die Gemeinde der Russischen Gedächtniskirche zu Leipzig statt. Hinsichtlich des Gedenktages haben die Gemeindemitglieder und ihr Priester an dieser Friedhofsabteilung die Gräber ihrer Angehörigen vom Laub und Unkraut befreit und neue Grabplätzen eingesteckt.

Radoniza (russ. Радоница, “Tag der Freude”), ist ein Gedenktag in der Russischen Orthodoxen Kirche, welcher auf den Dienstag der 2. Woche nach Ostern fällt. Zu diesem Tag versammeln sich die Gläubigen in den Kirchen bzw. auf den Friedhöfen, um sich bei den Totenandachten an ihre verstorbenen Verwandten zu gedenken.

Anschließend wurde vom Erzpriester der Gedächtniskirche A.Tomjuk und den Gemeindemitgliedern eine Gedenkandacht an dem Gräberfeld der gefallenen Russen gefeiert. Diese Gräber und Denkmale für die im II. Weltkrieg gefallenen Russen auf dem Ostfriedhof widmen sich nicht nur den Soldatengräbern, sondern auch den Sammelgräbern hunderter russischen Zwangsarbeiter und Gefangener aus dem sowjetischen Russland. Es befinden sich 32 russische Kriegsgräberstätten in der Stadt und dem Landkreis Leipzigs, in denen rund 3.000 russische Zwangsarbeiter und gefangene sowjetische Soldaten und Offiziere bestattet wurden. Insgesamt befinden sich auf dem Gebiet des Freistaates Sachsen 910 sowjetische Kriegsgräberstätten bzw. 26.000 Einzelgräber sowie Sammelgräber. Hier wurden über 147.000 Kriegsopfer bestattet. Allein auf dem Ehrenhain in Zeithain in Sachsen sind mehr als 30.000 Sowjetbürger und Zwangsarbeiter bestattet.

Insgesamt fielen infolge des Einfalls der deutschen Wehrmacht auf Russland und des fünfjährigen Krieges und grausamen Bedingungen in den deutschen KZ-Lagern rund 27. Mio Russen. Drunter wurden auf dem von Nazideutschland besetzten Gebiet der UdSSR und bei der Zwangsarbeit in Deutschland rund 14 Millionen Zivilisten aus Sowjetrussland getötet bzw. vernichtet.

7. Mai 2022. Pilgergruppe aus Nürnberg in Leipzig.

Am 7. Mai wurde eine Gruppe der Nürnberger Gemeinde der sel. Ksenia von Petersburg in der Russischen Orthodoxen Kirche empfangen.

Die Gruppe von ca. 50 Teilnehmern wurde vom Erzpriester Alexej Tomjuk empfangen, der über die Geschichte der Gedächtniskirche berichtete.

Auch am 6. Mai sprach der Erzpriester Alexej Tomjuk vor einer Gruppe von Interessenten aus der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., welche die Gedächtniskirche kennenlernen wollte.

8. Mai 2022. Gedenken am 77. Jahrestag des Kriegsendes.

Am 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Naziregime, wurden am Leipziger Ostfriedhof in einem Rundgang sämtliche Gedenkstätten besucht. Bei der Kranzniederlegung an dem polnischen Ehrenmal hielt Oberbürgermeister Leipzigs Burkhard Jung eine Gedenkrede.

Die Erinnerungsveranstaltung wohnten zudem Vertreter aus Politik, Verwaltung, Kirche, Bundeswehr sowie die Honorarkonsuln bei.

Das sowjetische Ehrenmal, eine Gedenkstätte der Soldaten, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und russischen Kriegsopfer wurde diesmal nicht besucht. Eigentlich befanden sich in Leipzig und in Sachsen in den Kriegsjahren einige Tausend Russen, wie inhaftierte Soldaten so auch die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Viele von Ihnen haben hier auch ihre letzte Ruhestätte gefunden.

Am russischen Ehrenmal legten der Erzpriester A. Tomjuk mit Vertretern der Gemeinde der Russischen Gedächtniskirche und einigen deutsche Gästen Blumenkränze nieder.

April 2022. Aus dem Leben der Gedächtniskirche

6. April 2022. „Für ein friedliches Miteinander in unserer Stadt im Spannungsverhältnis des Ukraine-Krieges“

Unter obengenannten Motto fand am 6. April 2022 ein Gespräch des Oberbürgermeisters Leipzigs, Herrn Burkhard Jung, mit den Vertretern ukrainischer und russischer Vereine, sowie den Religionsgemeinden und Ämtern der Stadtverwaltung statt. Die Gesprächsrunde in dem Neuen Rathaus sollte alle Möglichkeiten besprechen, womit die Vereine, Gemeinden, wie auch die Stadtverwaltung den geflüchteten Menschen in Leipzig helfen können.

Die Stadt Leipzig umfasste bisher 3500 ukrainische Staatsbürger verschiedener Nationalitäten, die russische Gemeinschaft beziffert sich auf ca. 10000 Menschen in der Stadt.

Diesbezüglich stellten die Beteiligten Gemeinschaftsmitglieder ihre Aktivitäten vor. Schließlich sprachen sich alle dafür aus, das friedliche Miteinander in der Stadt Leipzig zu behalten und sich dazu engagieren zu wollen. Im Namen der Gedächtniskirche nahm die Frau Heim-Schmidt an dem Treffen teil. Foto: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Februar-März 2022. Aus dem Leben der Gedächtniskirche

26. Februar 2022. Treffen der Kindergruppe in der Gedächtniskirche zu Leipzig

Am Samstag, den 26. Februar, fand in der Russischen Gedächtniskirche zu Leipzig der letzte Gruppenunterricht für den Februar 2022 statt. Das Treffen der „Sonntagsschule“ war diesmal der Maslenitza-Festwoche und der Vorbereitung auf das Große Fasten und Ostern gewidmet.

In der Kindergruppe, die sich derzeit samstags trifft, lesen die Kinder die Evangelientexte, lernen geistliche Gedichte, Lieder und Gebete und nehmen auch Hausaufgaben mit. Zudem bereiten sich besonders die Kinder, aber auch ihre Eltern auf die orthodoxen Feiertage vor.

Аm 3. Samstag findet in der Gedächtniskirche eine Kinderliturgie statt. Dazu versammelten sich die Kinder mit ihren Eltern in der unteren Kirche. Vor dem Beginn der Liturgie, während der Stundengebete, findet für Kinder das Sakrament der Buße statt. Um an der Liturgie teilzunehmen, rufen Sie Frau Snezhana unter 01590 102 3817 an.

März 2022. Regionale Nachrichten zur Gedächtniskirche in Leipzig

Ende Februar-Anfang März 2022 gab der Erzpriester der Gedächtniskirche, A.Tomjuk, einige kurze Telefoninterviews über das Leben der russisch-orthodoxen Christen in der Stadt. Sie wurden in die Berichte der Deutschen Presse-Agentur (DPA) aufgenommen, u.a. in die Leipziger Volkszeitung. (Siehe © Russen in Leipzig: „Als ich von dem Angriff gehört, musste ich sofort weinen”, Leipziger Volkszeitung, LVZ, 28.02.2022, S.17)

Januar 2022. Aus dem Leben der Gedächtniskirche

1. Januar 2022. Kinder bereiten Russische Gedächtniskirche Leipzigs auf Weihnachtsfeier vor

Gewöhnlicherweise haben die Kinder der Sonntagsschule der Russischen Gedächtniskirche und ihre Eltern zum wichtigen Feiertag des Jahres 2022 – den Hochfest der Christi Geburt – geschmückt. Der Film wurde auf dem YouTube-Kanal der Kirche veröffentlicht.

5. Januar 2022. Regionale Nachrichten zum russischen Weihnachtsfest in Leipzig.

Am 5. und 7. Januar hat der Fernseh- und Rundfunknachrichtendienst in Sachsen (MDR) über die Weihnachtstradition der russisch-orthodoxen Christen in Leipzig berichtet. An einem Beitrag mit einem kurzen Interview für MDR beteiligte sich auch der Hauptgeistliche der Gedächtniskirche, Erzpriester A. Tomyuk.

7. Januar 2022 Weihnachtsfeier in der Russischen Gedächtniskirche.

Am 7. Januar, zu Weihnachten nach dem julianischen Kalender, fand in der Gedächtniskirche eine feierliche Liturgie statt. Am Vorabend von Weihnachten, am 6. Januar, fanden in der Kirche Vesper und eine “Verherrlichung” statt. Anknüpfend kündigte der Erzpriester der Gedächtniskirche eine Spendensammlung für das Martha und Maria Kloster an. Die Spendensammlung von ca. 200,00 € wird wie in den Vorjahren an das o.g. Moskauer Konvent, welcher sich mit Gebete und Gottesdienste aber auch mit Werken der Nächstenliebe beschäftigt, überwiesen.

7. Januar 2022. Russischer Weihnachtsgottesdienst in Chemnitz.

Am 7. Januar 2022 feierte die orthodoxe Gemeinde in Chemnitz ihr Weihnachtsgottesdienst. Der Hauptgottesdienst, die hl. Liturgie, wurde vom Erzpriester A. Tomjuk in der Leipziger Russischen Gedächtniskirche gefeiert. Doch auch in Chemnitz wurde an diesem Hochfest die orthodoxe Vesper von dem zuständigen Gemeindepfarrer der hiesigen orthodoxen Kirchengemeinde um 14.00 Uhr zelebriert.

Zum Abschluss wurden die Mitglieder der Gemeinschaft vom Erzpriester zu einem Gespräch eingeladen. Grund der Besorgnis ist, dass zum wichtigsten Gottesdienst im Kirchenjahr nur wenige Menschen erschienen.

Oktober – Dezember 2021. Aus dem Leben der Gedächtniskirche

1. Oktober 2021. Die Versammlung der Berliner Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche in Hamburg

Am Vormittag des 1. Oktober 2021 kamen in der Kirche des hl. Johannes von Kronstadt über 80 Mitglieder der Diözese zur Mitgliederversammlung zusammen. Nachdem die Beschlussfähigkeit der Versammlung festgestellt wurde und die Protokollführer gewählt waren, wurde die Versammlung von dem Vorsitzenden, Erzbischof Tichon von Rusa, satzungsgemäß eingeleitet. Die Themen der Tagesordnung widmeten sich der pastoralen Tätigkeiten in der Diözese. An der Versammlung nahm unter anderen Geistlichen auch der Erzpr.A.Tomjuk, Hauptgeistliche der Gedächtniskirche, teil.

3. Oktober 2021 – Interkulturelle Woche 2021 in Leipzig

Mit der Podiumsdiskussion „#offengeht – Leipzig auf dem Weg zu einer vielfältigen Stadtgesellschaft“ starteten am 19. September die Interkulturellen Wochen Leipzig. Bürgermeister Prof. Dr. Thomas Fabian und Engagierte verschiedener Leipziger Vereine gingen dabei auf die Situation in Leipzig im Hinblick auf Vielfalt in der Stadt ein und thematisieren notwendige Schritte für den weiteren Weg Leipzigs zur offenen und willkommen heißenden Stadt. Zu der Tradition der Interkulturellen Wochen zählt das ökumenische Friedensgebet in der Nikolaikirche; bei dem am 27. September diesmal wurde der Leipziger Ökumenepreises 2021 verlieht. An der Veranstaltung nahm unter anderen Geistlichen auch der Erzpr.A.Tomjuk, Hauptgeistliche der Gedächtniskirche, teil.

Am 17. Oktober 2021 hielt der Erzbischof Tichon in der Gedächtniskirche eine Liturgie ab.

Am 17. Oktober wurde die Liturgie in der Gedächtniskirche vom Erzbischof Tichon von Rusa, dem Oberhaupt der Berliner Diözese, durchgeführt. Das Altarfest wird traditionell am Sonntag gefeiert, in der Nähe des Gedenktages des hl. Alexi von Moskau, der am 18./5. Oktober ist. Seine Eminenz wurde vom Diakon Archil unterstützt; auch der Erzpr. Georgy Antonyuk und der Hauptgeistliche der Gedächtniskirche, Erzpr. Alexei Tomyuk, nahmen teil. Nach der Liturgie sprach der Oberhirte mit einem pastoralen Wort alle an und gratulierte den Festteilnehmern zur Altarfeier.

Dann hielt der Erzbischof Tichon mit dem Klerus und den Gemeindemitgliedern in der Krypta des Denkmals eine Gedenkandacht für die russischen Soldaten ab, die 1813 starben und an dieser Stelle begraben wurden.

21.-23 Oktober 2021. Russische Gedächtniskirche nahm an der Ausstellung in Moskau teil.

Im Oktober d.J. nahm die Gedächtniskirche des Russischen Ruhms zu Leipzig an der “Denkmal-Russia-Moscow-2021” teil, einer europäischen Ausstellung zur Restaurierung, Denkmalpflege und Sanierung historischer Gebäude in Moskau. Die Ausstellung fand im „Gostiny Dvor“ in der russischen Hauptstadt statt. Die Gedächtniskirche bereitete hierfür einen Informationsstand mit Postkarten und Informationen rund um die Gedächtniskirche vor.

Im Programm des letzten Tages fand das internationale Kolloquium “Wissenschaftliche und technische Ansätze bei der Restaurierung von Ikonen” in einem hybriden Format statt. Dessen erster Bericht hieß “Restaurierung von Ikonen in der russisch-orthodoxen Gedächtniskirche: Kundenanfragen, Bewertung der Ergebnisse sowie praktische Erfahrungen”, präsentiert vom Erzpr. A. Tomyuk, Hauptgeistlichen der Gedächtniskirche und Kandidaten der Theologie.

November 2021. Die Inschriften auf Natursteinplatten wurden aufgefrischt.

Das massive Eingangsportal der Gedächtniskirche fasst zwei rechteckige Gedenktafeln mit flach reliefierten Inschriften ein. Die ursprünglich nicht gestrichenen Inschriften wurden mit der Zeit mit schwarzer Farbe vertont bzw. kenntlich gemacht. Auch im Innenhof der Gedächtniskirche befinden sich zwei Grabtafeln mit Inschriften, die in selber Technik beschriftet wurden. Jedoch verblassten diese mit der Zeit, vor allem durch Abwitterung und Korrosion der Unterlage bzw. Steinsubstanz.

Nun, im Oktober 2021, wurden die Inschriften an den vier Tafeln mit einer speziell für Naturstein geeigneten Schriftfarbe, die eine Weile enthalten bleibt, angestrichen. Anschließend wurden die Inschriften erneut mit dem Schelllack überzogen.

1. November 2021. Das Grab von Herrn Lueg wird mit einem Kreuz ausgerüstet.

Am 40. Todestag vom Herrn Heinrich Lueg wurde an seinem Grab auf dem Stadt Friedhof Halle an der Saale in ein Grabes-Kreuz aufgestellt. Das Holzkreuz wurde nach russisch-orthodoxer Tradition angefertigt und geweiht. Der vor kurzem verstorbene Herr Lueg entstammt evangelischer Tradition, ist aber schon vor langer Zeit zur serbisch-orthodoxen Kirche übertreten und gehörte zu der ersten Mitglieder der russisch-orthodoxen Gemeinde in Halle an der Saale.

3. Dezember 2021. Neuerscheinung: Fotografien aus dem Archiv der Russischen Gedächtniskirche.

In einem einzigen Exemplar wurde im November 2021 eine Kopie eines Fotoalbums „Jahrhundertfeier der Völkerschlacht bei Leipzig 1913“ mit 60 Fotografien aus der Sammlung des Archives der Russischen Gedächtniskirche publiziert. Die Ereignisse der Jahrhundertfeier der Völkerschlacht und der Einweihung der Russischen Gedächtniskirche wurden in diesem Album aufgezeichnet und thematisch in sechs Teile unterteilt. Jedes Foto in der neuen Publikation, im Vergleich zum originalen Bilderbuch, wurde mit einer Unterschrift versehen. So werden die abgebildeten Personen, Events oder Ausstattungsteile dem Leser nahe gebracht.

August – September 2021. Aus dem Leben der Gedächtniskirche

24. August 2021. Pastoralversammlung in Berlin.

Am 24. August fand in der Kirche der Heiligen Konstantin und Elena in Berlin-Tegel ein Treffen der Geistlichen des Ostdekanats, zum Thema „Pandemie und Freiheit eines Einzelnen; christliches Verständnis seiner Existenz in den Lebensumständen im Ausland“ statt.

Nach der Eröffnungsrede des Vorsitzenden, Verwalters der Berliner Diözese, Erzbischof Tikhon von Podolsk, und eines Referats vom Erzpriester Viktor Sawik wurde eine Diskussionsrunde geführt. An der Veranstaltung nahm unter anderen Geistlichen der Erzpriester Alexei Tomjuk, Hauptgeistlicher der Gedächtniskirche, teil.

12. September 2021. Gedächtnis des hl. Alexander Newski in Leipzig.

Im Jahr 2021 wird in Russland im großen Stil der 800. Geburtstag des hl. Großfürsten Alexander Newski gefeiert. Der Heilige wird von vielen in Russland als die bedeutendste Persönlichkeit bzw. als ein Nationalheld betrachtet. Als Großfürst Rußlands hat er in den Jahren 1240 und 1242 sein Volk und Land gegen schwedische und deutsche Eroberern tapfer verteidigt.

Im Jahr 1251 kamen zum Alexander Newski nach Nowgorod zwei Kardinäle mit einer Botschaft von Papst Innozenz IV. Darin lud der Papst das russischen Staatsoberhaupt ein, “durch wahren Gehorsam sich der einer (römischen) Kirche zu unterordnen”. Alexander Newski hörte den Kardinälen zu, dann befahl aber, vor ihnen die Geschichte des orthodoxen Russlands vorzutragen. Nachdem er den Glauben und die Geschichte Russlands vorgestellt hatte, sagte er den Gesandten: “Dieses bekennen wir recht völlig, und euren Lehren lehnen wir ab.”

Relativ kurz nach seinem Tod wurde er von der Russischen Kirche heiliggesprochen. So wurden in Rußland aber auch in Europa mehrere Kirchen zu seinen Ehren geweiht. D.h. sind für das Jahr 2021 in Russland zur Erinnerung des 800. Geburtstag des hl. Alexander Newski mehrere Veranstaltungen und Gottesdienste geplant. Am 12. September werden in der russischen Kirche St. Alexander Newski in Potsdam und in den anderen Gemeinden, sowie in Leipzig die besonderen Gottesdienste abgehalten.

Hl. rechtgläubiger Fürst Alexandr von der Neva

Der Heilige wurde geboren am 30. Mai 1219 in Perejaslavl’-Zalesskij als zweiter Sohn des Großfürsten Jaroslav (in der Taufe: Feodor) Vsevolodovich (†1246) und der Fürstin Feodosija Igorevna Rjazan. Der älterer Bruder Aleksandr’s war der im 1233 fünfzehnjährig gestorbene hl. Fürst Feodor. Aleksandr verbrachte die Kindheit in Perejaslavl’ und wurde in der dortigen Christi-Verklärungs-Kirche vom hl. Simon, Bischof von Suzdal’ (†1226) zum Fürsten gesegnet. Ab 1236 ist Aleksandr Fürst von Nowgorod, im 1239 heiratete er Tochter eines Fürsten von Polock.

Als Staatsmann und Feldherr im Kampf gegen verschiedene Eroberern erlangte große Bedeutung: so schlug er 1240 als militärischer Führer des Nowgoroder Landsturms mit einem zahlenmäßig unterlegenen Heer die Schweden an der Mündung der Izora in die Neva (daher sein Beiname Newski). 1241 verteidigte er zusammen mit seinem Bruder Andrej das Land gegen den mit den livländischen Schwertbrüdern, verbündeten Deutschen Orden, deren Ostexpansion er in der berühmten Schlacht auf dem Eise des Peipussees ein Ende setzte. 1245 hielt er den Vorstoß der Litauer unter Mindaugas in drei siegreichen Schlachten vorläufig auf. Diese Angriffe der westlichen Nachbarn; hinter denen teilweise kontinuierliche päpstliche Missionsbestrebungen sichtbar wurden, wie sie im Briefwechsel zwischen Aleksandr und den päpstlichen Gesandten 1248 erkennbar sind, hatten das Land im Augenblick der höchsten Gefahr kurz nach der Tatareninvasion getroffen. Daher musste sich Fürst Aleksandr mehrfach zum Khan der Horde begeben (1242, 1246, 1252); um ihre Unterstützung zum Schutz der Westgrenze zu erlangen. 1251 konnte er diese durch einen Vertrag mit Norwegen stabilisieren und 1256 einen erneuten Kriegszug der Schweden abwenden. 1259/60 schloss Aleksandr einen für die russische Seite günstigen Handelsvertrag mit deutschen und gotländischen Kaufleuten. Die elastische Politik gegenüber den Tataren zahlte sich für ihn aus, als er 1252 Großfürst von Vladimir – Suzdal’ wurde. Obwohl ein Teil der Nowgoroder wegen seiner Nachgiebigkeit gegenüber den Tataren sogar Aufstände gegen Aleksandr führte, konnte er angesichts der aus Rom drohenden Gefahr der Missionierung wie aus realpolitischen Überlegungen nicht anders handeln 1263 unternahm er einen weiteren Bittgang zur Horde, um den Khan wegen der Mongolenheer in einigen Städten ausgebrochenen Unruhen zu beschwichtigen.

Auf dem Heimweg starb er am 14. November 1263 in Gorodez, nachdem er zuvor noch das große Mönchsgelübde unter Annahme des Namens Alexi abgelegt hatte, und wurde am 23. 11. d. J. in der Hauptkirche des Christi-Geburts-Klosters in Vladimir beigesetzt.

Zar Petr I. ließ seine Gebeine 1723-1724 zum Dank für den Abschluss des Friedens von Nistadt mit den Schweden nach St. Petersburg zu überführen, wo sie bis heute in der Dreifaltigkeits-Kathedrale der dem Heiligen geweihten Lavra ruhen. In einer ca. 1270-1280 aufgezeichneten Vita erscheint Aleksandr als Idealfigur eines christlichen Fürsten und Gottesstreiters. Durch Stillhalten einerseits und Verteidiger des Volkes andererseits hat er viel Blutvergießen im Nordwesten Russlands verhindert und richtig eine nicht allzu lange Dauer der Mongolenherrschaft einkalkuliert. So handelte Aleksandr auch im Interesse der von den Tataren bewusst geschonten orthodoxen Kirche. 1261 konnte so sogar dank seiner Initiativen und der des Metropoliten Kyrill eine orthodoxe Diözese in Saraj, der Hauptstadt der Horde, errichtet werden. Aleksandrs Verehrung ist seit dem 14. Jahrhundert nachweisbar da Großfürst Ioann Ioannovich (1353-1359) in seinem 1356 geschriebenen geistigen Vermächtnis seinem Sohn Dimitrij Donskoj (1363-389), dem späteren Sieger vom Don – Schlacht, “den heiligen Aleksandr als Vorbild” hinstellt. Die unverwesten Reliquien wurden noch vor Kulikovo-Schlacht (1380) zur öffentlichen Verehrung erhoben und 1546 die endgültige Kanonisation vorgenommen. Gedenktag: 12. September(30. August).

August 2021. Aus dem Leben der Gedächtniskirche

1. August 2021. Restaurierung der Kerzenträger an der Ikonostase der Russischen Gedächtniskirche abgeschlossen

Die vier Kerzenträger hängen vor den Ikonen in der I. Reihe der Ikonenwand (Ikonostase) in dem Hauptraum der Gedächtniskirche. Bei den Restaurierungsmaßnahmen 2019-2021 handelt es sich um aufwendig verzierte Kerzenträger aus Messing, samt ihrer meterlangen Ketten und Ampeln aus Bronze. Die Oberflächen waren hier stark patiniert aber auch mit Kerzenrußablagerungen, Weihrauchruß und mit üblichen Staub überzogen bzw. verschmutzt. Manche Teile der Konstruktion und Verzierung wurden mechanisch Beschädigt, oder haben sich von der Konstruktion gelöst und sind teilweise verloren gegangen. Andere Stellen weisen auf frühere allerdings sehr primitive Notreparaturen. Die aktuellen Reparaturmaßnahmen umfassen die Reinigung des gesamten Bereiches und Polieren der Messingteile.

Die Metallverzierung wurde einzeln gereinigt, der Überzug abgenommen, patinierte Bereiche überarbeitet. Dafür wurde die Konstruktion in viele Teile zerlegt. Nachdem jedes Detail der Verzierung einzeln behandelt war, wurde jeder Kerzenträger originalgetreu wieder zusammengebaut, und an seinen Platz an der Ikonenwand angebracht. Bei Bedarf erfolgte die Reparatur der beschädigten Teile der Verzierung, die abgelösten Teile wurden an ihre Stellen angebracht.

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Die vier Kerzenleuchter mit runden Formen, die an Äpfel erinnern, hängen auf bronzenen gehämmerte Ampeln vor den Hauptikonen der I. Reihe der Ikonostase, in dem Hauptraum der Gedächtniskirche. In ihren Formen nachahmen die Kerzenträger die Ausrüstung einer russischen Kirche des 17. Jahrhunderts. Jeder Leuchter ist speziell für eine von vier Ikonen bestimmt; jedes „Band“, das um einen Leuchter gewickelt ist, ist mit einem Gebet versehen, das zu der jeweils dargestellten Person passt. So steht auf dem auf dem „Band“ des Leuchters vor der Ikone des hl. Alexi „Als eines Gleichen den Aposteln …“. Wie auch bei anderen Ausstattungsteilen findet man am Fuß der mittleren Kerze die eingravierte Inschrift, die auf den Hersteller weißt: „Ausgeführt nach Zeichnungen des Akademikers W.A. Pokrowski in der Fabrik der Genossenschaft I.P. Chlebnikow, Söhne und Co., 1913 Moskau“.

Juli 2021. Aus dem Leben der Gedächtniskirche

28. Juli 2021. Glockengeläut anlässlich des jährlichen Gedenktages der Taufe der Ruß (988).

Das Land „Kiewer Rus“ vereinigte Fürstentümer bzw. Gebiete eines Volkes, das von sich selbst aber auch von Nachbarvölkern als Russen identifiziert wurde. Im Jahre 988 ließ sich der Großfürst Wladimir und sein Volk taufen. Es begann die Christianisierung des Landes und der Aufbau der Russischen Orthodoxen Kirche. Mit der Zeit wurde die Landeshauptstadt nach Wladimir, und später, nach Moskau verlegt. Die Oberhäupter des Staats bzw. der Kirche trugen jedoch bis ins Spätmittelalter den Titel Großfürst von Kiew oder Metropolit von Kiew.

Die Russischen Gedächtniskirche zu Leipzig beteiligte sich um 10 Uhr mit dem Läuten ihrer Kirchenglocken an der Aktion.

Glockenturm der Russischen Gedächtniskirche trägt acht Glocken, die im 1913 aus Kanonen der Befreiungskriege 1812-1813 bei der Zarenhoflieferanten-Glockengießerei Ivan Olowjanischnikows in Jaroslawl gegossen wurden. Die große Glocke von 1.7 Tone trägt einen Psalmvers und ornamentalen Fries mit den Heiligenbildern. Der untere Inschriftenband an der Glocke weist auf den Hersteller und den Glockenwicht. Zum Jubiläum der Gedächtniskirche im Jahr 2013 wurde der Raum der Glockenturm renoviert.

18. Juli 2021. Die Abendmahl-Ikone nimmt wieder ihren Platz in der Ikonostase der Russischen Gedächtniskirche ein.

Nach der Restaurierung durch Oliver Tietze, in der die Risse, die gelockerten Farbschichten usw. beseitigt wurden, ist die Ikone am 18. Juli fachgerecht an ihren Platz einmontiert worden. Sämtliche Wochen wurde die Ikone ein Teil der Erforschung im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts der TU Dresden. Hier wurden verschiedene Vermessungen und Materialanalysen durchgeführt. Nach dem Abschluss des Projektes werden die Ergebnisse in einer Publikation erfasst und u.a. der Russischen Gedächtnskirche zur Verfügung gestellt.

17. Juli 2021. Kinderliturgie in der Gedächtniskirche

Am Samstag, dem 17. Juli, fand in der Gedächtniskirche eine Kinderliturgie statt. Dazu versammelten sich die Kinder mit ihren Eltern in der unteren Kirche. Nach der Liturgie erzählte Erzpriester A. Tomjuk den Kindern von der Ikone des Zaren und Märtyrers Nikolaj Alexandrowitsch, da sein Andenken an diesem Tag in der Russisch-Orthodoxen Kirche gefeiert wird. Die Ikone befindet sich an der Ikonostase der Unterkirche. Um an der anstehenden Liturgie teilzunehmen, können Sie gerne Frau Snezhana unter der Telefonnummer 0159/01023817 kontaktieren.

15. Juli 2021. Online-Seminar über die Russischen Gedächtniskirche

Am 15. Juli fand ein Online-Seminar zur Geschichte des russisch-orthodoxen Glaubens, seinen heiligen Stätten und religiösen Praktiken im Rahmen einer Semesterprogrammes der Universität Leipzig statt. Der Referent, Erzpriester Tomjuk, sprach zudem über die Stellung der Russischen Gedächtniskirche in Leipzig. Das Online-Format für das Seminar wurde wegen den andauernden Pandemie-Einschränkungen auserwählt. An dem Onlinetreffen nahmen rund 40 Studierenden teil.

Juni 2021. Aus dem Leben der Gedächtniskirche

19. Juni 2021, Brandis. Kranzniederlegung und Andacht zum 80. Jahrestag des Kriegsbeginns gegen Russland.

Am 19. Juni wurde auf dem Ehrenfriedhof in Brandis (bei leipzig) für die im II. Weltkrieg gestorbenen Sowjetbürger eine Gedenkveranstaltung abgehalten. Auf diesem Ehrenfriedhof des Alten Friedhofs in der Leipziger Straße in Brandis wurden in der Kriegszeit viele hier zu Tode gekommene russische Menschen begraben. Nur 275 Namen von ihnen sind heute bekannt. Umso wichtiger war der Erinnerungsakt an diese Menschen zum 80. Jahrestag des Kriegsbeginns Deutschlands gegen Russland.

Nach der Begrüßung und Andacht mit dem Geistlichen Alexei Tomjuk und einem Chor der Russischen Gedächtniskirche zu Leipzig wurden die Versammelten von dem Bürgermeister von Brandis Arno Jesse und von dem Konsul Alexei Novikov (vom Generalkonsulat der Russischen Föderation in Leipzig) angesprochen. Anschließend wurden an dem kleinen Denkmal und an den Grabmälern Ehrenkränze und Blumen niedergelegt. Die Veranstaltung wurde von der UGS Katharina Erdgasspeicher Peissen GmbH freundlich unterstützt.

Trotz des ungünstigen Wetters kam zu der Veranstaltung eine Gruppe aus der Gemeinde samt ihren Kindern, sowie Mitglieder der Vereine Juventus und Kalinka. Von ihnen wurden die russischen Gräber von Unkraut befreit und mit Blumen geschmückt. Zur Erinnerung an diese Begegnung wurde auch ein Flyer gedruckt.